PAUL GREGORY +++ LANGUAGE FOR CLARITY

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die deutschen und englischen Abteile dieser Website enthalten vorrangig Materialien, die sich an Übersetzer sowie deren Berufsverbände richten. Meine eigene Übersetzertätigkeit habe ich weitgehend eingestellt, wenn ich doch für besondere Aufgaben z.B. in der Publizistik und im Finanzwesen noch ansprechbar bin.

Meine Kontaktadresse ist [Familienname – 7 Buchstaben] @ language-for-clarity mit „Deutschland“ Domainnamen. Hier umständlich ausgedrückt, um Spam zu vermeiden.

Das französische Abteil wird vorrangig für Mitteilungen an meine französische Umgebung „zweckentfremdet“, wenn ich doch noch in Ausnahmefällen aus dem Französischen gern übersetzen würde.

Einige der älteren Beiträge wurden ursprünglich an potentielle Kunden gerichtet und ich werde sie nicht mehr überarbeiten. Sie dürfen von Einzelübersetzern (nicht von Agenturen!) übernommen und angepasst werden, wenn auch die Bitte ausgeht, auf diese Website hinzuweisen.

Meine wichtigsten Botschaften hier zusammengefasst:

I. Die einfache Abrechnung nach Anzahl der Wörter, Zeilen oder Zeichen muss dringend beendet werden. Dazu habe ich als ersten Schritt den Begriff des „Zeilenwertes“ geprägt. Hinzu kommt meine Forderung nach einer Software, die die linguistische Komplexität misst. Siehe dazu auf dieser Website die entsprechenden Rubriken.

II. Ein Unternehmen, das Angebote anfordert, muss diese bezahlen. Dieses Prinzip ist bereits in der gesetzlichen Berichterstattung (Anhang, Lagebericht usw.) mit der Floskel impliziert, dass das Unternehmen für jede Leistung eine Gegenleistung bezahlt habe. Dieses Prinzip muss ggf. stärker im Gesetz verankert und von den Berufsverbänden durchgesetzt werden. Dazu wäre die Lobbyarbeit mit anderen freien Berufen sinnvoll. Darüber hinaus stünde es jedem potentiellen Auftraggeber frei, von sich aus den Preis zu beziffern, den er für eine Leistung zu bezahlen bereit ist.

III. In vielen Fällen wenn auch nicht durchgängig wirken Übersetzungsagenturen nicht nur gegen die Interessen der Übersetzer sondern auch gegen die gemeinschaftlichen Werte des Berufs. Sie hindern das Dialog zwischen Übersetzer und Auftraggeber und somit gegenseitige Lernprozesse. Außerdem fehlt es der Abrechnung der Leistung an Transparenz. Eine Agenturrechnung an einen Endkunden müsste getrennte Posten ausweisen: (i) Kosten der Vermittlung und Aufarbeitung der Leistung (ii) Kosten der eigentlichen Übersetzung. Am besten wäre eine Zahlung direkt an den Übersetzer – gerne mit einem zeitbegrenzten Verbot der Zusammenarbeit ohne Einschaltung der Agentur. Andere Mechanismen wären denkbar, z.B. über den Steuerweg mit Ablösung der Mehrwertsteuer durch eine Umsatzsteuer. Diesen Weg habe ich in meinem Buch „Klasse Verantwortung“ erläutert (http://www.klasseverantwortung.de). Der Siegeszug der Agenturen ist nicht zuletzt dem „Managerialism“ (MBA-Ideologie) zuzuschreiben, der darauf abzielt, die Entscheidungsfreiheit und Unabhängigkeit der arbeitenden Menschen zu beschneiden. Auch die Misere der Abrechnung nach Zeilen ist vermutlich historisch den Agenturen zuzuschreiben. Hier wäre ein Thema für eine Magister- oder Doktorarbeit! Viele Probleme und Paradoxen entstehen dadurch, dass wir in vielerlei Hinsicht doch keine marktwirtschaftliche Rahmenordnung haben.

IV. Zur Professionalität http://www.language-for-clarity.de/deutsch/profession.html gehört weit mehr als die Plattitüden, die mit Verweis auf sogenannte Ethikkodizes und dergleichen geäußert werden. (i) Mitunter sind wir als Übersetzer Hüter der Sprache und der klaren Kommunikation: „Language-for-clarity“. (ii) Ethik kann vom Recht abweichen. Kurzgesagt: Beim Recht haben wir mit dem zu tun, das verallgemeinert werden kann. Bei der Ethik haben wir es mit Ausnahmen, Individualität und Ermessenräumen zu tun. Mehr dazu bei http://www.klasseverantwortung.de/english/Rules.html sowie bei http://www.thinking-for-clarity.de

V. Meine Beobachtungen über 35 Jahre von den Berufsvereinen BDÜ und ADÜ-Nord zwingen mich zum Schluss, dass diese in den wichtigsten Bereichen versagt haben. Sie bieten zwar vielfältige Weiterbildungen an, auch wenn man den Nutzen einiger Veranstaltungen anzweifeln kann. Sie bieten wichtige Möglichkeiten des Netzwerkens an. Sie bieten wertvolle Nebenleistungen an, z.B. bei der Rechts- und Steuerberatung. Die Konferenzen sind für Menschen gut geeignet, die Ausdauer und Freude am emsigen Geschehen haben. Bei deren Festhalten an der Zeilenzählerei haben sie aber wenig Konkretes getan, gegen die Wahrnehmung der Berufsausübenden als gehobene Schreibkräfte zu wirken. Wie aus meinem längeren Aufsatz bzw. Konferenzbeitrag unter „Professionalität“ hervorgeht, stehe ich stark zum Prinzip der Berufsverbände. Leider aber nicht deren Realität.